Donnerstag, 12. Juni 2014

Viva Mexico!

Wie im letzten post geschrieben haben wir uns ein paar schoene Tage in Bacalar gemacht.
Die Langune vor der Tuer, ein wunderschoner Garten, der direkt bis ans Wasser reicht, Haengematten. Mehr braucht es ja eigentlich nicht. Und da es eine top ausgestattete Kueche gab, haben wir auch mal wieder den Kochloeffel selber geschwungen.


Bacalar


Ausserdem gab es noch das Cenote Azul zu besichtigen. OK, azul bekommt man vielleicht noch hin - blau-, aber Cenote? Dabei handelt es sich letztlich um ein Kalksteinloch gefuellt mit Suesswassser. Klingt jetzt ein bisschen nach Steinbruch oder Baggerseeatmosphaere, was es aber so garnicht trifft.
Yucatan besteht zu grossen Teilen aus Kalkstein und auf Grund dieser Bodenbeschaffenheit gibt es hier keine Fluesse! Das gesammte Wasser verschwindet direkt in einem gigantischen Hoehlensystem, vermutlich dem groessten weltweit! Und die Cenotes sind letztlich Deckeneinbrueche in dieses System. Was heisst, dass viele dieser Wasserloecher untereinander in Verbindung stehen. Zudem koennen sie Tiefen bis ueber 100m erreichen und bei ca. 30 Meter tiefe trifft Suesswasser auf Salzwasser ohne sich jedoch zu vermischen (Halokline genannt). Steht auch nochmal hier. Eine weitere Besonderheit ist das unbeschreiblich klare Wasser, vermutlich bedingt durch die enorme Tiefen und den staendigen Austausch durch die unterirdischen Verbindungen.
Im Uebrigen ermoeglichten die Cenotes und das unterirdische Flusssystem den Mayas dieser Region ueberhaupt erst ihre ueberaus erfolgreiche Stellung in der Weltgeschichte. Schliesslich lebten hier zu Hochzeiten vermutlich an die fuenf Millionen Menschen. Ohne Wasser natuerlich undenkbar. Aber vermutlich waren die Cenotes weit mehr als nur schnoede "Wasserstellen". Sondern auch Opferstellen, Sonnenuhren und von astronomischer Bedeutung. National Geographic hat das hier kurz beschrieben. Dazu gibts schoene Bilder.

Als wir am Cenote Azul ankommen, sind wir erstmal etwas enttaeuscht weil es nicht so blau ist und recht unscheinbar wirkt. Aber der Himmel ist auch bewoelkt, wo soll das blau also herkommen.
Aber als wir reinspringen sind wir wirklich baff. So ein Wasser haben wir beide noch nicht erlebt. Absolut klar und irgendwie samtig und weich. Klingt komisch, war aber tatsaechlich so.
Und die Aussicht in einigen dieser Cenotes tauchen gehen zu koennen, sorgt schonmal fuer einiges an Vorfreude!

Weiter ging es dann nach Tulum, welches eigentlich aus drei Teilen besteht. Erstens dem Ort selber, der sich wenig romantisch entlang des Highways ausdehnt. In einem Reisefuehrer stand, es hat etwas von einem ewig langen Truckstop. Ganz so ist es dann aber doch nicht. Aber es reihen sich Souveniershops, Hotels und Restaurantes aneinander und ein wirklichen Ortskern gibt es nicht.
Als zweites ist der Strand zu nennen, Hier reihen sich eigentlich nur Hotels aneinander und das sicher ueber 10 km. Und so dicht, dass es z.T. schwierig ist den wirklich schoenen Strand auchg zu finden.
Und der letzte Teil, der sich hinter dem Begriff "Tulum" verbirgt, sind die Maya -Ruinen, welche direkt an einem felsigen Strandabschnitt liegen und so ein wirklich tolles Bild abliefern. Zu bewundern auf der Titelseite etlicher Mexiko-Reisefuehrer.
Zwei Tage steigen wir in der Stadt ab und unternehmen von dort den Ausflug zu den Ruinen, die durch ihre Lage nochmal etwas ganz anderes ausstrahlen, als die Staetten die wir bisher besucht hatten.
Was aber auch bald klar wird: die ganzen Hotels gibt es nicht umsonst und Cancun als Urlaubsfabrik ist nicht fern. Entsprechend geht es zu auf dem Gelaende. Wir lesen, dass im Schnitt 10.000 Leute pro Tag!! zu Besuch kommen. Trotzdem ist es auf alle Faelle den Besuch wert.



Bei Echsen und Touristen gleichermassen beliebt


Der Blick von den Ruinen herunter auf den Strand



Und dann stehen fuer mich noch zwei Tauchgaenge in zwei Cenotes auf dem Programm. Eins vorweg, wer mal hier ist und tauchen kann: unbedingt machen! Fuer mich waren es mit die beindruckensten Tauchgaenge, die ich bisher ueberhaupt gemacht habe. Eintauchen in eine wirkliche Unterwelt. Nicht von dieser Welt und auch wenns kitschig klingt: magisch.












Von Tulum aus haben wir uns dann noch auf den Weg nach Valladolid etwas weiter im Landesinneren gemacht, um auch nochmal ein typisches mexikanisches Staedtchen kennen zu lernen.
Aber das gibts dann beim naechsten mal zu hoeren, denn in 10 Minuten ist Anpfiff zur WM 2014.
Und den lassen wir uns natuerlich auch nicht entgehen.

Prost!

Nein, kein Corona, sondern ein "Coronita" (winzig!)



Donnerstag, 5. Juni 2014

Die Raeder haben uns wieder und wir knacken die 2000 km!

Nach unserem Robinson Urlaub stand dann auch wieder Radfahren auf dem Programm.
Na gut, eine Busfahrt von Dangriga nach Belize City haben wir uns noch gegoennt, da wir einen Grossteil der Strecke schon in die Gegenrichtung gefahren sind.
Der Ruf von Belize City ist aehnlich gut wie - sagen wir mal - der Ruf der englischen Kueche. Insbesondere Gangs im Sueden der Stadt sind wohl dafuer verantwortlich. Auf einiges gefasst sind wir also am Busbahnhof  (im Sueden der Stadt) auf unsere Raeder gestiegen und die zwei Kilometer zu unserem Hotel geradelt. Ziemlich entspannt gings zu, nicht nur bei unsere Ankunft. Auch die zwei Tage die wir in der Stadt verbracht haben, waren wirklich nett und die Stadt hat mit ihren alten Holzhaeusern, dem Fluss und dem Meer vor der Tuer wirklich Charme. Dazu gabs gutes Essen. Was will man mehr. Wir waren auf alle Faelle positiv ueberrascht.

Ein weiteres Highlight war der Besuch des "Tourist-villages" am Hafen. Dort gehen viele Kreuzfahrtriesen vor Anker und entladen jede Menge Tagestouristen. Tatsaechlich sind die meisten Touristen in ganz Belize Gaeste eines Cruiseships. Und ehrlich gesagt hat es uns dort mehr geschaudert als in den Gassen der Stadt.
Viel blasse-besten Falls- geroetete Haut zusammen mit enormen Uebergewicht  moeglichst grosszuegig zur Schau gestellt, duerftig verpackt in einer Auswahl an furchterregenden Hawaii-Hemden und bunten Shorts oder knappen Kleidchen. Dazu klassisch Socken in Sandalen. Ok, fairer Weise muss man sagen, dass nicht alle so aussahen, aber doch die Mehrzahl. Dazu wurden ueberteuerte Bars, Restaurantes und Souveniurshops geboten und das ganze war hermetisch abgeriegelt. Nur gegen Abgabe eines Ausweises und nach einem Security-Check wie am Flughafen wurden wir mit einem Gaesteausweis ("If you do not wear it, the security will lead you to the exit") eingelassen.

Gangster in Beliz City??

Den Shop haette ich bei Manus Geburtstag gebraucht!





Dann ging es aber wirklich wieder auf die Raeder. Naechste Station war Crooked Tree, ein kleines verschlafenes Nest wunderschoen an einer grossen Suesswasserlagune gelegen. Bekannt ist die Lagune als Paradies fuer Vogelliebhaber auch weil hier der riesige Jabiru-Storch zu Hause ist.
Wir machen uns einen gemuetlichen Nachmittag in der Haengematte und quatschen mit einem britischen Paaerchen, welches gerade ihre Radreise durch Mittelamerika beginnt.
Und am naechsten Tag bekommen wir noch eine Flasche selbstgemachten "blackberry" Wein vom wirklich netten Hotelbesitzer geschenkt! Thanks a lot, man!

Erstmal nach Crooked Tree, morgen dann nach Orange Walk

Schepper Baum in Crooked Tree



Am folgenden Tag erreichen wir mit Orange Walk wieder eine groessere Stadt (fuer Belize-Verhaeltnisse). Eigentlich wollten wir hier zwei Tage bleiben und noch eine Tagestour zu einer Mayastaette unternehmen, da aber die Regenzeit mit fast schon deutscher Praezision begonnen hat (am 31.5 kam der Regen, am 1.6. ist "offizieller" Beginn), entschieden wir uns doch zur Weiterfahrt. Aber nicht ohne die beruehmten "Orange Walk Tacos" zu testen. Lecker!

Ohne Tacos verlaesst man Orange Walk nicht!


Die 50 km bis Corozal kurz vor der mexikanischen Grenze waren dann auch schnell geradelt und dank des Wetters konnten wir das auch gemuetlich am Nachmittag angehen ohne gegrillt zu werden.
Und noch etwas hielt diese Etappe bereit:

!!!2000 KILOMETER!!! 

Und das immer noch ohne eine einzige Panne, ohne Platten, ohne Sturz! Vielen Dank an unsere Bicis!

Abends waren wir dann noch gut essen und wurden dabei noch auf ein Bier und ein Schnaps von einem Cop aus Belize City eingeladen, der gerade Urlaub hatte. Auf die Frage ob er in Belize City wohne meinte er nur " I am a Cop there, I would be dead if I would live there. I know all the guyes there and they know me".
Aber ueberwiegend waeren es Gang und Drogenprobleme und fuer Touristen sei es sicher. Sind wir einer Meinung!

Dann stand schon unser letzter Grenzuebergang auf dem Programm. Auch dieser klappte rasch und problemlos. Man koennte schon fast etwas enttaeuscht sein, hatte man doch von allerhand Schwierigkeiten und langwierigen Buerokratien gelesen.






Was faellt auf sobald man Belize verlaesst und in Mexiko die ersten Meter zuruecklegt? Die Groesse der Strassen scheinen proportional zum Land zu sein. War der Highway in Belize klein, schmal, holprig und ohne Fahrbahnmarkierung, so fuhren wir jetzt auf einer autobahnartigen Strasse mit riesigem Seitenstreifen und einem Asphalt so glatt, dass man ihn fast kuessen moechte. Trotzdem herrscht ziemlich wenig Verkehr. So duesen wir bis Bacalar, welches ebenfalls an einer ziemlich schoenen Lagune liegt. Wir finden ein schoenes kleines Hotel direkt am Wasser und machen nach unseren vier Radetappen eine kleine Pause. Schliesslich ist unser Ziel schon fast in Sichtweite und wir haben noch jede Menge Zeit. Und eine kleine Flasche blackberry-Wein.
In diesem Sinne: Salud!






Freitag, 30. Mai 2014

Glovers Reef


Hey! Da sind wir wieder! 
Wie angekuendigt hatten wir uns ein paar Tage Insel und Karibik gegoennt und auch echt verdient. Und was sollen wir sagen? Es war geradezu absurd schoen, als ob man durch eine Fototapete wandelt. Darum sind wir auch statt 7 Tage einfach 10 Tage geblieben. 
Los gings in einem schoenen Katamaran zunaechst noch einen Fluss entlang und dann raus aufs Meer, vorbei an einigen schoenen Inseln und immer weiter. Eine ganze Zeit lang war kein Land, keine Insel in Sicht, nur blau, blau in allen Abstufungen. Himmel, Wasser , Horizont.
 Irgendwann ein Punkt am Ende des Wassers, der sich langsam als Insel zu erkennen gibt. Wir haben das Glovers Atoll erreicht (was genau ein Atoll ist, steht nochmal hier).
 Noch immer dominiert blau, aber neben den gruenen Klecksen der Inseln kommt jetzt vor allem noch tuerkis in allen Auspraegungen dazu, da wir mittlerweile flaches, kristalklares Wasser erreicht haben. Man kann da einfach nur den Mund offen stehen lassen und staunen.


Auf dem Weg zum Atoll

Der Blick vom Boot auf unsere Insel


Nach einer kurzen Inselfuehrung, die wirklich kurz ist, einfach weil man die Insel in ca 5 Minuten ueberquert hat, koennen wir unsere Huetten beziehen. Einfach, aber ziemlich gemuetlich. Neben Bett, Tisch, Stuehle und zwei Haengematten gehoert noch eine MiniKueche mit Gaskocher zur Ausstattung. Mehr brauchts auch nicht! Flink sind die Vorraete (wer uns kennt weiss, dass es viele sind, da wir immer Angst vor Hunger haben) eingeraeumt und kurze Zeit spaeter sitzen wir auf der Terrasse ueber dem Wasser mit einem dampfenden Topf Spagetti Napoli vor uns. Kurz darauf mit einem leeren Topf. Satt und zufrieden, nein, satt und gluecklich  geniessen wir den Postkartenausblick. Aber auf Postkarten schwimmen selten Rochen am Mittagstisch vorbei. Hier schon, wie wir gerade merken. Im Lauf der Tage werden neben Stachel- und Adlerrochen auch Barracudas und sogar Ammenhaie versuchen unsere Aufmerksamkeit vom Teller auf sie zu richten und durch unseren "Vorgarten" schwimmen.


Tatsaechlich unsere Huette

Fotosaurier
Inselhund


Neben dem Glueck, der Erholung, dem Essen und der Aussicht spielen Kokosnuesse eine wichtige Rolle. Wachsen sie einem doch hier fast in den Mund und sind entspreched beliebt und zu dem mannigfalltig einsetzbar. Als da waere der Genuss des Kokosnusswassers direkt aus der Frucht. Mit einer Machete und etwas Uebung kein Problem. Als noch bessere Alternative bietet sich der Genuss des Kokosnusswassers direkt aus der Frucht kombiniert mit Rum an, sind ja schliesslich in der Karibik. Des weiteren gibt das Fruchtfleich der aelteren Nuesse einen hervorragenden Snack ab. Auch hier ist die Machete noetig. Geraspelt laesst sich das Fruchtfleisch bestens mit Reis verkochen oder mit Zucker in der Pfanne karamelisieren. Und zu guter letzt ist eine Runde Kokosnuss-Boule ne ziemlich gute Beschaeftigung.
Ach ja, wer weiss es. Ist die Kokosnuss eigentlich eine Nuss? Pro: gibt nen super Snack ab. Con: So eine handvoll Nuesschen passen nicht in den Mund. Antwort hier



Kokosnuss-Raspel

Macheteneinsatz

Entfaserung alter Kokosnuesse


Haare auf der Brust und Kokosnuss bezwungen

Reiche Beute!

Und dann stand auch endlich noch tauchen und schnorcheln auf dem Programm. Genauso schoen ueber wie unter Wasser hier......








Und so gehen die Tage und Naechte dahin. Man passt sich dem Rhythmus der Insel an und ehe man sich versieht neigt sich schon der letzte Tag dem Ende entgegen.




Traumhaft schoen wars. Mal checken wie die Verbindung Muenchen - Belize so aussieht. Fuers naechste mal....

Stopp, da war noch was:
Nachdem Darmstadt im  Hinspiel der Relegation 1:3 unter die Raeder gekommen war, wollte ich mir die winzige Hoffnung auf der Insel noch etwas laenger erhalten und hab erstmal das Ergebnis nicht nachgeschaut (es gab im "Haupthaus" eine laaaaangsaaame Inernetverbindung). Nachdem Manu aber dann von einem 3:1 Sieg der Lilien getraeumt hatte aber das Ergebnis der Verlaengerung nicht wusste, hab ich dann doch geschaut...und bin ausgeflippt! Gut das es Rum und noch eine nicaraguanische Zigarre gab!





Sonntag, 18. Mai 2014

Karibik here we are!


Nach Tikal (den Artikel schulde ich euch noch, aber wegen grottiger Internetverbindung ist der Bilderupload kaum  moeglich, kommt aber noch) haben wir den Weg nach Belize unter die Raeder genommen mit Ziel San Ignacio. 85 km warteten da auf uns. Die knapp 60 km bis zur Grenze kommen wir gut durch, trotz etlicher Anstiege und vieler Hoehenmeter und erholen uns bei einem guten Mittagessen und einer anschliessenden Siesta ersteinmal.
Auch der Grenzuebergang danach ist problemlos, die Hauptschwierigkeit besteht darin, die Leute wieder auf englisch und nicht mehr auf spanisch anzusprechen. Aber das ist nicht das einzige, was sich direkt mit dem Schlagbaum an der Grenze aendert. Eigentlich aendert sich alles. Von den Belizedollars laechelt die Queen und die Preise naehern sich gefaehrlich denen des europaeischen Kontinentes an, waehrend die afrikanischen Wurzeln der Leute offensichtlich sind. Eine andere Welt die wir beradeln. Leider auch anderer Asphalt und die Qualitaet des selbigen ist dem Preisniveau entgegengesetzt. So holpern wir die letzten 20 km weiter. Ueberwiegend bergauf, ueberwiegend bei Gegenwind, ueberwiegend in der Sonne. So gut die ersten 60km zu machen waren, so schlecht gehts am Ende. Relativ genervt rollen wir dann in San Ignacio ein, welches aber wirklich ein nettes Staedtchen ist.

Hier werden wir drei Naechte verbringen, was auch einen organisatorischen Hintergrund hatte. Wir mussten mit Visa, Western Union und unserer Bank telefonieren, da unsere Kreditkarten scheinbar ein Eigenleben begannen und schonmal in Mexiko Geld abgehoben hatten. Dabei sind wir doch noch garnicht soweit. Tztz. Long story short, an einem Automaten in Guatemala wurden unsere Kartendaten abgegriffen und Klonkarten hergestellt. Viel Geld war nicht weg und wird von der Bank auch ersetzt, aber viel Rennerei (Polizei, diverse Geldautomaten auf der Suche nach einem EC-Karten tauglichen Automaten, Westernunion Partner, um kurzfristig an Geld zu kommen) war notwendig, sowie etliche Telefonate. Mittlerweile halten wir aber eine Ersatz Visakarte in Haenden, die uns DHL nach Dangriga (unserer naechsten Station)geliefert hat und alles ist gut.

Ausserdem liess sich von San Ignacio ein schoener Tagesausflug machen, bei dem man mit einem Kanu durch eine ziemlich beeindruckende Hoehle gleitet, die schon die Maya damals nutzten und als Tor zur Unterwelt -Xibalba- ansahen.

\Weiter gings dann in zwei sehr schoenen und genauso anstrengenden Etappen ueber den Hummingbirdhighway (Highway heisst hier jede Strasse, die ueber eine Art Asphalt verfuegt und davon gibt es gerade mal vier im Lande!) runter an die Kueste. Zunaechst durch dichten Regenwald, der links und rechts die Strasse saeumt im Steten auf und ab. Manch einer der Huegel, die wir passieren koennte auch noch ueberwucherte Mayapyramiden verbergen, so unser Eindruck. Dazwischen immer wieder einzelne leuchtend gelbe Baueme, die so garnicht in die tausenden Variationen des Gruen passen wollen. Gegen Mittag erreichen wir Armenia, ein kleines Dorf in dem wir bei einer Familie als "homestay" unterkommen, sprich wir bekommen ein Zimmer (welches einer der Soehne flink raeumen musste) Abendessen und Fruehstueck.
Und dazu das Gefuehl zurueck in Guatemala zu sein. Kein Wunder, sind wir doch in einem Ort, der ueberwiegend Fluechtlingen aus Guatemala als neue Heimat dient. Gerade mal knapp 30 Jahre sind seit dem "Buergerkrieg" vergangen, dem besonders die indigene Bevoelkerung Guatemalas zum Opfer fiel. Und hier in dem Dorf und auch in dem Haus, dass nicht mehr als eine Bretterbude ist, treffen beide Welten aufeinander. Die Eltern sprechen nur spanisch, die angesprochene Bretterbude passt so gar nicht nach Belize, wohl aber der grosse Fernseher, der in dem wackligen Regal steht und die (erwachsenen) Kinder, die neben spanisch auch fliessend englisch sprechen und vor allem in der Tourismusbranche arbeiten und entsprechend gutes Geld verdienen.
Am naechsten Tag verabschieden wir uns frueh und nehmen uns die letzten 80km bis zur Kueste vor. Es folgen weitere Berge und Taeler die einem zwischen Fluchen und Staunen wechseln lassen. Emotionen koennen beim radeln sehr nah bei einander liegen und entsprechend schnell zwischen Euphorie und Aerger hin und her pendeln. Am Ende der Etappe pendeln wir uns dann ein bischen beim Aerger fest. Was aber wohl nicht nur an der Etappe im speziellen liegt, sonder daran dass nach ueber 1800km momentan einfach ein bisschen die Luft raus ist und dass obwohl wir noch immer nicht einen Platten hatten (Marathon spezial sei Dank).
Aber alles halb so schlimm! schliesslich sind wir gerade an die Karibik geradelt!
Nachdem wir ja schon einmal mit dem Kanu den Rio Dulce runter bis in die Karibik gepaddelt waren, dann aber mit unserern Raedern den Weg nach Tikal eingschlagen hatten, sind wir jetzt entgueltig an dem Ort angekommen, der wie kaum ein anderer unweigerlich Bilder von weissen Straenden, Palmen, tuerkisfarbenem Wasser, Pina Coladas und ein paar Piraten heraufbeschwoert.
Also nicht der schlechteste Ort, um ein paar Tage das Rad einzumotten.
Allerdings nicht unbedingt in Dangriga unserer ersten Station an der Karibik.
Aufgwuehltes Meer, schlammiger Grund, Autoreifen am Strand, Schrottautos vor unserer Huette, eine zienlich heruntergekommene Stadt und Leute die nicht entspannt abzuhaengen scheinen, sondern eher rumlungern. Diese Bilder sieht man dann eher selten in Prospekten.
Dafuer lernen wir hier noch drei nette Iren kennen, die gerade ihr Medizinstudium abgeschlossen haben und ebenfalls mit dem Rad unterwegs sind. In sieben Wochen wollen sie runter nach Costa Rica radeln.
Nachdem wir dann nach zwei Tagen unsere heiss ersehnte Kreditkarte in Haenden halten, ist es auch hoechste Zeit weiter zu ziehen nach Hopkins, einem kleinen Dorf dass sich gerade noch in einem Zwitterzustand befindet. Noch urpruengliches Fischerdorf aber gleichzeitig schon Touristenort. Wobei der Dorfcharakter (noch?) die Oberhand behaelt, weshalb ich auch gerade in einem Wohnzimmer bei einer Familie an einem Laptop sitze, statt in einem Internetcafe.
Hier laesst es sich schonmal ziemlich gut aushalten. Hier treffen wir uns auch nochmal mit den Iren, trinken das eine oder andere Bier und tauschen Geschichten aus. Am Ende schaffen sie es sogar Manu und mich, davon zu ueberzeugen einen KaraokeSong zum besten zu geben, nachdem sie ebenfalls schon zum Mikro gegriffen hatten. Wird ein wirklich lustiger Abend und es zeigt sich mal wieder, dass den Iren das Singen im Blut liegt.

Und morgen werden wir zum Glovers Reef aufbrechen. Ein Atoll, dass ca zwei Bootsstunden vor der Kueste Belizes liegt. Eine kleine Huette ueber dem Wasser direkt ueber dem Riff wird fuer eine Woche unser neues zu Hause. Kein Strom. Kein Telefon. Dafuer Kokosnuesse for free. Eine kleine Kueche. Haengematten. Schnorcheln, Tauchen. Weisser Strand. Palmen. Rum. Zeit.
Robinson laesst gruessen.

Wir melden uns!

Auf nach Belize


Xibalba is waiting!






Markt in San Ignacio


Speisekarte

Unser Homestay in Armenia

Auf dem Hummingbirdhighway

Unseren ersten Karibikstrand hatten wir uns anders vorgestellt!

Dangriga wirkt ab und zu fast postapokalyptisch

Na also geht doch!Echtes Karibikfeeling in Hopkins

Unsere irischen Radfreunde